Herbstdepressionen

Hey, ihr Lieben,

Ich weiß, mein letzter Beitrag ist schon wieder um einiges her. Das hatte aber persönliche Gründe. Der Herbst ist da. Kann man im Grunde sehen, wie man will.
Ich persönlich mag den Herbst, das Herbstwetter. Ich persönlich mag die Tage, an denen der Himmel dunkler, die Bäume bunter werden, kuntergraudunkelbunt.

Doch auch, wenn die Herbstfarben nicht nur in der Natur, sondern auch im Kleiderschrank Einzug haben, so drückt die Dunkelheit und das triste Wetter uns alle ganz schön auf’s Gemüt. So auch mir.Versteht mich nicht falsch, ich will kein Wort darüber verlieren, dass es kälter wird. Kein Wort darüber, dass es trist wird und uns achso bald die bunten Blätter verlassen und kahle Bäume hinterlassen werden.
Mit den dunklen Tagen, den langen Nächten, so kommen auch die Herbstdepressionen auf so manche von uns zu, so auch auf mich.

Ich habe euch hier schon einmal einen kleinen Beitrag über meine Krankheit verfasst. Borderline ist immernoch nach wie vor ein großes, weites und öffentliches Thema, psychische Erkrankungen sind omnipräsent.

Mein Gefühl ist schwer in Worte zu fassen, aber dennoch versuche ich es. Ich fühle mich leer und gleichzeitig ist alles um mich herum einfach nur erdrückend. Alles um mich herum, meine Umgebung, mein Umfeld, alles prasselt in mich herein und ich kann mich nicht rühren.

Geliebtes Hinterland

Ich habe das Gefühl ich muss ausbrechen, aus diesem Gefühl, aus dem hier und jetzt. Vielleicht liegt es daran, dass alle meine Urlaubsplanungen gescheitert sind, wer weiß das schon, jedenfalls verspüre ich nur noch den Drang ein paar Tage Auszeit zu nehmen vom Alltag.

Jetzt, da die dunklen Tage da sind, scheint sie schier unvorstellbar. DIese Vorstellung am Strand zu sitzen, die Seele baumeln zu lassen. Doch darum geht es mir nicht einmal. Ich will Ausbrechen, nicht hier sein. Ich will eine Auszeit, will mich um nichts und niemanden kümmern müssen, außer um mich selber. Selbst eine einsame Hütte im Wald wäre mir gerade mehr als lieb, aber im Fokus steht – Ausbrechen. Nur für ein paar Tage. Nur für ein paar Stunden. Vielleicht gefühlt nur für einen Moment, einen Herzschlag.

So sehr es für alle und jeden wie oberflächliche, große Meckerei und Nörgelei auf höchstem Niveau scheint, so sehr brennt es mir auf der Seele.

Halte die Welt an und bin auf und davon

Depressionen kommen einfach, die kündigen sich nicht an und schreiben dir keine Einladung. Irgendwann klammheimlich legen sie sich nachts in deinen Kopf.
Sie sind es, die die Antriebslosigkeit mit sich bringen, den Unmut, die Unmotivation. Sie sind es, die dir die Kraft aussaugen,  die dich nachts nicht mehr schlafen lassen, dafür tagsüber umso mehr. Um dem allen zu entfliehen. Die dein Herz erfrieren lässt und dein Blut zum erkalten bringt.

Es bleibt nur die Flucht nach vorne, das Warten auf den Sommer. Oder mir vielleicht das Warten auf einen Ort, an dem ich zur Ruhe komme.

Ein Gedanke zu „Herbstdepressionen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.